Vor 70 Jahren Rekordfahrt über den Atlantik
Bronzetafel erinnert an das "Blaue Band" und den NDL-Schnelldampfer "Bremen"



Der 22. Juli 1929 war ein schwarzer Tag in den Direktionsetagen der englischen Cunard-Reederei. In der Rekordzeit von 4 Tagen, 27 Stunden und 42 Minuten war der Schnelldampfer "Bremen" auf seiner Jungfernreise von Bremerhaven nach New York über den Atlantik gerauscht. Das legendäre "Blaue Band" für die schnellste Atlantiküberquerung- von der "Mauretania" 20 Jahre lang gehütet- war verloren. Und ausgerechnet an die Deutschen. 70 Jahre danach wurde jetzt am 16. Juli 1999 am Eingang zum Columbusbahnhof eine große Bronzetafel enthüllt. Sie erinnert an die Erringung des Blauen Bandes durch die "Bremen" und auch an ihren Kapitän Leopold Ziegenbein.

Leopold Ziegenbein, den seine Reederei- der Norddeutsche Lloyd (NDL) in Bremen- wegen seiner besonderen seemännischen Verdienste zum Kommodore ernannte und dem in Bremerhaven sogar die Strandpromenade gewidmet ist, war nicht nur ein besonderer Kapitän, der dem NDL das Blaue Band errang, sondern hatte auch herausragende menschliche Qualitäten, weshalb heute noch eine eingeschworene Fan-Gemeinde unter den ehemaligen Passagieren, Kapitänen und Stewards des Norddeutschen Lloyds gibt. Kapitän Eberhard Nölke, selber auf der "Berlin" und der letzten "Bremen" gefahren und der NDL-Steward Wilhelm Bohling gehören zu ihnen und hatten die Idee, dem Blauen Band, der "Bremen", ihrem Kommandore und vor allem dem Norddeutschen Lloyd ein besonderes Denkmal zu setzen.
Nach dem NDL-Schnelldampfer "Kaiser Wilhelm der Große" im Jahre 1898 und der "Kronprinz Wilhelm" (1902) gelang es der "Bremen" auf ihrer Jungfernfahrt vom 16.-22. Juli 1929 auf der Strecke von etwa 2900 Seemeilen zwischen Bishop Rock am Südwestzipfel Englands und dem Feuerschiff Ambros in der Ansteuerung von New York mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,83 Knoten (51,54 km/H) die "Trophäe" zu ergattern, von der alle Reedereien und Kapitäne damals träumten.

Quelle: Privatarchiv Wilhelm Bohling, Langen