"Hässliches Entlein" erhalten
Börteboot als Geschenk für Schiffergilde- Voll  Wasser gelaufen

Die Flotte der Traditionsschiffe der Schiffergilde hat Zuwachs bekommen. Helgolands Bürgermeister Frank Botter übergab am Sonnabend anlässlich der Sail offiziell das Börteboot Nummer 3. "Es ist nicht das schönste, eigentlich ist es das hässliche Entlein unter den Börtebooten", sagte er. Wasser hat es auch geschluckt.

Donnerstagmittag machten sich zwei Mann von der Insel mit dem offenen Boot auf nach Bremerhaven. In der Außenweser gab es schweres Wetter. Die Lenzpumpe funktionierte nicht. Beim Einlaufen am Freitagmorgen um 2 Uhr kränkte das Boot achtern.
Zur Übergabe verholten es die Freiwilligen vom Technischen Hilfswerk aus dem Kaiserhafen in den Museumshafen. Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD) ließ sich von seinem Amtskollegen in die Historie des zehn Meter langen, 1953 gebauten Bootes einweihen.
Beim Wiederaufbau der Insel seien mit ihm zunächst die Baustoffe von der Hauptinsel auf die Düne transportiert worden, so Botter. "Erst später wurde es auch zum Ausbooten der Helgoland-Besucher eingesetzt." Warum das Boot als hässliches Entlein gilt, wusste er ebenfalls: "Es ist spitzer gebaut als die anderen. Die Fischer mochten es nicht."
Obwohl das Boot regelmäßig werftüberholt worden ist, hat der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen. Ein Grund mehr für das Deutsche Schiffahrtsmuseum, das Boot als Geschenk abzulehnen. Direktor Hans-Walter Keweloh: "Drinnen haben wir keinen Platz. Wenn wir das Schiff draußen hinlegen, kostet es Unterhaltung. Das Geld dafür haben  wir nicht über."
Deshalb ist er froh, dass die Schiffergilde das Geschenk dankend angenommen hat. "So haben wir es trotzdem hier im Hafen." Gilde-
Vorsitzender Hennig Goes erhielt von Botter den dazugehörigen Fahr-
erlaubnisschein der Seeberufsgenossenschaft. Damit können bis zu 49 Passagiere befördert werden- wenn die Lenzpumpe wieder funktioniert.

NORDSEE-ZEITUNG vom 4. September 2000