


Der Ansturm der Amerikaner
US-Konsul lobt "Abenteuer Spurensuche"
Die neue Auswanderer-Ausstellung "Abenteuer Spurensuche" hat gestern
einen Ansturm von Amerikanern erlebt. Erst war der Generalkonsul der USA,
Christopher Lynch, zu Gast bei diesem Expo-Projekt, am Abend kamen zahlreiche
Teilnehmer eine hochkarätigen Fachtagung in die Halle am Alten Hafen.
Christopher Lynch hat eine persönliche Beziehung zum Thema Auswanderung: Sowohl
er als auch seine Ehefrau haben Deutsche als Ahnen. Damit ist er nicht allein:
"60 Millionen Amerikaner haben deutsche Vorfahren", weiß Don Heinrich
Tolzmann, der Präsident der Society for American Studies (SGAS),
"und doch gibt es keinen Ort, der sich ausführlich mit diesem Thema
befasst".
Das soll sich ändern, Bremerhaven will dieser Ort sein. Das Expo-Projekt
"Abenteuer Spurensuche" in der Halle neben dem Koggenbräu ist
als erster Schritt zu einer großen Erlebniswelt Auswanderung gedacht.
Eine der Zielgruppen sind Amerikaner, die ihre
Herkunft erforschen wollen.
Wenn der Konsul ein typischer Amerikaner ist, kann das klappen, denn er lobte
die "Spurensuche": "Man erwartet eine herkömmliche Ausstellung,
und dann erlebt man diese gut gemachte Schau." Besonders gefiel ihm,
"dass man etwas lernen kann, ohne es recht zu bemerken, weil es spielerisch
passiert".
Zu Beginn seines Rundgangs sucht sich jeder Besucher einen Auswanderer aus,
dessen Leben er kennen lernen will. Unbekannte Namen sind darunter, aber auch
Berühmtheiten wie Marlene Dietrich. Konsul Lynch entschied sich gestern für
Carl Schurz.
Der Clou der Ausstellung: Die Besucher können sich nun auf die Suche nach
Dokumenten "ihres" Auswanderers begeben: Wo kommt er her? Warum wollte
er weg? Welchen Weg nahm er? Wie erging es ihm in den USA? Mit dem so erworbenen
Wissen stellt man sich am Ende jeder Station einigen Computerfragen.
Christopher Lynch erwies sich dabei als Kenner von Carl Schurz, der auswanderte,
weil er in Deutschland steckbrieflich gesucht wurde und in Amerika Karriere als
Politiker machte. Aus Zeitnot hat der Konsul längst nicht alle Dokumente
sichten können, seine Antworten waren trotzdem korrekt.
Quelle: Nordsee-Zeitung vom 13.06.2000