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148-Meter-Neubau vorgeschlagen
Förderverein will "Erlebniswelt
Auswanderung"
Die "Erlebniswelt Auswanderung" sollte nicht als Anbau ans
Deutsche Schiffahrtsmuseum entstehen, sondern zwischen Strandhalle und
Neuem Hafen gebaut werden. Mit diesem Vorschlag will der Förderverein Deutsches
Auswanderermuseum die Diskussion vorantreiben. Ein Entwurf für den Neubau liegt
bereits vor.
Schöpfer dieses Plans ist Lür Lüllich aus der Stadt Bremen, es ist seine
Diplomarbeit an der Hochschule Bremen, für die er die Note "sehr gut"
erhielt.
Maßgeblich war für ihn der städtebauliche Aspekt: "Ich habe mich an der
Längsstruktur der Stadt orientiert." Der Hafen ist länglich, Schuppen
sind länglich, Schiffe sind länglich- auch sein Auswanderermuseum streckt sich
über 148 Meter am Hafenbecken entlang, dort wo die ursprüngliche Wartehalle
des Norddeutschen Lloyd stand- einst letzte Station für die Auswanderer.
Laut Rahmenplan für die Entwicklung des Gebietes Alter/Neuer Hafen soll an
dieser Stelle eine Freilichtbühne entstehen, darunter Parkplätze. Für eine
"Erlebniswelt Auswanderung" kommt demnach ein Platz etwas weiter
nördlich in Frage oder aber auf der anderen Seite des Hafenbeckens.
Für Jürgen Rudloff, Vorsitzender des Fördervereins Auswanderermuseum, sind
das keine überzeugenden Vorschläge: "Die Bühne wäre ein Fremdkörper in
der Stadt. Die alte Lloyd-Halle ist der ideale Standort für das Thema
Auswanderung. Das hat Beziehungen zur Geschichte."
Lüllichs Entwurf schüfe außerdem eine Beziehung zum Wasser: Ein auffälliger
Fußgängersteg in luftiger Höhe soll von der Seebäderkaje aus über den Deich
bis zur flachen Dachterrasse des neuen Museums führen. So werde symbolisch eine
"Brücke nach Übersee" geschaffen. Einen Blick aufs Wasser gewähre
auch der "Brückenturm" auf dem Dach, der zugleich markantes Merkmal
des Neubaus wäre. Ein zweiter öffentlich zugänglicher Steg soll aus Richtung
Norden in das Gebäude hineinführen und mit den dann möglichen Einblicken
Neugier aufs gesamte Museum wecken.
Der Plan Lüllichs sieht eine Ausstellungsfläche von insgesamt 3200 Quadrat-
metern vor, verteilt auf zwei "Decks" und ein
"Zwischendeck".
Nordsee-Zeitung vom 19. Dezember 2000