IHK vermisst Hinweis auf Erlebniswelt
Kramer: Wesentlicher Baustein für die künftige Hafen-Bebauung

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Ingo Kramer, hat es als unverständlich bezeichnet, dass die Stadt in ihren Ocean-Park-Planungen die Erlebniswelt-Auswanderung nicht aufgenommen hat. In der vergangenen Woche war ein städtebaulicher Rahmenplan für den Ocean Park vorgestellt worden.

Dieser Plan enthielt keinen Hinweis auf den von einem Initiativkreis namhafter Bremerhavener Unternehmer vorgeschlagenen Bau einer Erlebniswelt, in der das Thema Auswanderung publikumswirksam dargestellt werden soll.
"Die Erlebniswelt ist ein wesentlicher Baustein der künftigen Bebauung des Gebietes Alter/Neuer Hafen", sagte Kramer, "deshalb wundert sich die IHK, dass das Projekt in dem jetzt vorgestellten Plan für dieses Areal nicht  auftaucht." Kramer räumte aber ein, dass der Rahmenplan "insgesamt einen guten Eindruck macht".
Der IHK-Präsident unterstrich zugleich die wirtschaftliche Bedeutung der Erlebniswelt für die Stadt: "Wir schaffen damit einen hoch attraktiven Anziehungspunkt, der die vorhandenen und geplanten Magneten ideal ergänzt." Keine andere deutsche Stadt sei so gut geeignet, das Thema Auswanderung darzustellen wie Bremerhaven.
Kramer sagte, er wünsche sich "gerade jetzt, wo die Umgestaltung der Innenstadt in die Hand genommen und die Bebauung der Hafengebiete in der City in Angriff genommen wird, ein stärkeres Engagement der Politik für die Erlebniswelt". Wirtschaftssenator Josef Hattig (CDU) halte die Erlebniswelt für richtig und habe Unterstützung zugesagt, so Kramer.
Der Initiativkreis hatte einen Anbau an das Schiffahrtsmuseum als Standort vorgeschlagen. Die IHK habe sich nicht für einen konkreten Standort ausgesprochen. "Aber dass das Projekt kommen muss, ist bei uns völlig unumstritten."

"Optimale Vermarktung"
Kramer regte an, die Erlebniswelt "optimal zu vermarkten". Wichtig sei hierbei eine enge Abstimmung mit dem Schiffahrtsmuseum, dem Zoo und dem Blauen Planeten. Auch die touristische Bedeutung der Häfen müsse stärker herausgestellt werden, um auswärtige Besucher nach Bremerhaven zu ziehen.
"Das Beispiel der Kunsthalle in der Stadt Bremen zeigt, wie Ausstellungen weit überregional ins Gespräch gebracht und Touristen angelockt werden können", sagte Kramer. Ein Betrieb der Erlebniswelt Auswanderung ohne ein gut ausgereiftes Werbe- und Marketingkonzept wäre "grob fahrlässig".

Nordsee-Zeitung vom 30. November 2000