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Interaktives Suchspiel führt den Besucher direkt nach
Amerika
Spurensuche beginnt am kommenden Freitag
am Alten Hafen

Bremerhaven. Das "Abenteuer Spurensuche" beginnt am Alten Hafen
in Bremerhaven in einer Lagerhalle. Genau hier befindet sich die
gleichnamige Sonderausstellung, die ein Teil des Expo-Unterprojektes
"Auswanderung" ist.
"Nach Amerika" ist bereits in großen weißen Buchstaben von der
Columbus-Straße aus auf dem schwarzen Hallendach zu lesen. Wer sich auf das
"Abenteuer Spurensuche" begibt, wird überrascht sein. Das bereits in
vielen Formen aufbereitete Thema Auswanderung stellt sich in einer völlig

neuen
Form dar: Als Spiel.
"Es handelt sich um ein interaktives Suchspiel, an dem sich die Besucher
beteiligen", sagt Dr. Thomas Teichfischer vom Initiativkreis Auswanderung,
der die Ausstellung betreut. "In der ersten Station werden bestimmte
Suchpersonen vorgestellt. Da ist zum Beispiel Marlene Dietrich, der Politiker
Carl Schurz und auch Leute aus dem Volk. Aus diesen Suchpersonen kann sich der
Besucher eine aussuchen, deren Weg nach Amerika er durch die Ausstellung
begleitet."
Genau sechs Menschen sind es, die stellvertretend für Millionen von
Auswanderern stehen. Warum wurden ausgerechnet sie ausgesucht? Der Bremerhavener
Kulturstadtrat Dr. Wolfgang Weiß: "Sie sind repräsentativ für die
unterschiedlichen Schicksale von Auswanderern. Das sind Leute, die aus
politischen Gründen fliehen mussten und Leute, die aus wirtschaftlichen
Erwägungen ausgewandert sind. Alle wurden in ganz unterschiedlicher Form in der
neuen Welt aufgenommen. Vom Star bis hin zu den kleinen Leuten, die sich schwer,
schwer durchschlagen mussten."

Fülle an Informationen
Das Abenteuer Spurensuche lebt durch sein multimediales Konzept. Fotos,
Plakate, Videos, Installationen- die verschiedenen Schicksale der einzelnen
Auswanderer werden auf ganz unterschiedliche Weise dargestellt. An jeder Station
werden zur ausgewählten Suchperson Fragen gestellt, die der
Ausstellungs-Besucher beantworten soll. Die Fülle der Informationen muss jedoch
nicht im eigenen Gehirn gespeichert werden.
"Gleich am Anfang bekommt der Besucher eine Chipkarte, auf der die
gesammelten Informationen gespeichert werden. Am Ende können dann alle
Informationen ausgedruckt werden, damit die Ausstellungsgäste auch
nachvollziehen können, was sie über ihre Suchperson erfahren haben",
erklärt Thomas Teichfischer.
Doch neben der reinen Information, hat die Ausstellung noch einen zweiten
Effekt: "Der Besucher lernt hier auf spielerische Weise, wie er Recherchen
zum Thema Auswanderung durchführen kann- zum Beispiel, welche Dokumente es
gibt, welche Wege der Auswanderung und vieles mehr."
Wer sich auf das "Abenteuer
Spurensuche" begeben will, kann das ab dem 2. Juni in der Ausstellungshalle
am Alten Hafen tun. Wie jedes Abenteuer, hat auch dieses seinen Preis: Acht Mark
für Erwachsene und fünf Mark für Kinder.
Am 12. Juni 2000 erlebte die Ausstellung einen Ansturm von US-Amerikanern. Erst
war der Generalkonsul
der USA, Christopher Lynch zu Gast und danach besuchte eine Delegation der
Society for German-American Studies (SGAS)
unter Leitung ihres Vorstandsmitglieds William Keel die Ausstellung.
Quelle: Sonntagsjournal vom 28. Mai 2000
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Literaturhinweis:
Horst Rössler: Hollandgänger,
Sträflinge und Migranten, Edition Temmen 2000, Hrsg: Förderverein
Deutsches Auswanderermuseum