Unterstützung für  Auswanderer-Projekt
Betreiberfirma fordert eine Entscheidung bis Ende des Jahres

Bis Ende des Jahres muss eine Entscheidung über die "Erlebniswelt Auswanderung" gefallen sein. Das hat der Geschäftsführer der Betreiber-
gesellschaft Wenzel Consulting, Oliver Kipp, gefordert. "Sonst verspielt Bremerhaven den Vorsprung, den es zurzeit hat", sagte er.

"Wir sind mehr als bereit, dieses Projekt weiter zu unterstützen", versicherte Kipp. Wenzel Consulting will die geplante Touristenattraktion zusammen mit der Kinokette Cinemaxx betreiben. Das Gebäude- voraussichtlich in Anbindung an das Schiffahrtsmuseum- soll aus Steuermitteln finanziert werden. Der Initiativkreis "Erlebniswelt Auswanderung" hatte die Kosten mit knapp 60 Millionen Mark kalkuliert; das Land hat seinen Anteil von 40 Millionen in Aussicht gestellt.
"Nach unserer Meinung sind die Vorbereitungen abgeschlossen- das Projekt wäre jetzt umzusetzen", sagte Dr. Joachim Ditzen-Blanke, Vorsitzender des Initiativkreises, zu dem sich 19 Unternehmen zusammengeschlossen haben.
        Als einen "Vorgeschmack" auf das Gesamtvorhaben präsentierten die Betreiber in den vergangenen  fünf Monaten am Alten Hafen das Expo-Projekt "Abenteuer Spurensuche", eine exemplarische Darstellung von sieben Auswandererbiografien. Mit der Weltausstellung schließt auch die alte Lagerhalle am Hafen zum Monatsende ihre Tore. "Wir sind von den positiven Reaktionen sehr überrascht worden", sagte Kipp. Allerdings kamen weniger Besucher als erwartet: Statt der kalkulierten 30 000 Karten verkauften die Betreiber nur rund 15 000. "Dank der Sponsorengelder schließen wir mit einer schwarz-rosa Null", versicherte Kipp. Die zurück-
haltende Resonanz führte er auf das fehlende Marketing vor Eröffnung der Ausstellung zurück.
Unterstützung erhielten die Ausstellungsplaner vom dem US-Projektent-
wickler Jack Masey, der an der Konzeption der "Erlebniswelt Aus-
wanderung" mitgearbeitet und auch das Einwanderungsmuseum Ellis Island gestaltet hat. "Bremerhaven könnte der Brennpunkt für alle Menschen werden, die weltweit am Thema Migration interessiert  sind", sagte Masey. "Dies ist der richtige Ort, um die ungeheuer aufregende Geschichte von Menschen zu erzählen, die ihre Heimat verlassen haben."

Nordsee-Zeitung vom 26. Oktober 2000