






Initiativkreis fordert Bau der Erlebniswelt
Machbarkeitsstudie und Baupläne übergeben-
"Einmalige Chance"

Foto: Peter Müller 2/2002
Der Initiativkreis Erlebniswelt Auswanderung hat seine Arbeit beendet. Vertreter
der Initiative überreichten Oberbürgermeister Jörg Schulz, dem Senat und
Repräsentanten der Stadtverordnetenversammlung eine Machbar-
keitsstudie. Tenor: Bremerhaven braucht die Erlebniswelt als touristischen
Magneten.
Bei dem Initiativkreis handelt es sich um einen Zusammenschluss von 19
Unternehmen, der sich Dezember 1998 gegründet hatte. Sein Ziel war es, die
Grundlagen für eine Ausstellung zu erreichen, in der erlebnisorientiert das
Thema Auswanderung dargestellt wird. Erstes Modul ist das derzeit am Alten Hafen
zu sehende, als Expo-Projekt deklarierte "Abenteuer Spurensuche".
Bremerhaven war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein einer der bedeutendsten
Auswandererhäfen Europas. Rund sieben Millionen Menschen sind von hier aus nach
Übersee- insbesondere in die USA- emigriert.
Auf einer Pressekonferenz forderte der 1. Vorsitzende des Initiativkreises, Dr.
Joachim Ditzen-Blanke, Oberbürgermeister Schulz auf, den Bau der Erlebniswelt
zu unterstützen. "Wir setzen große Hoffnungen auf Herrn Schulz",
sagte Ditzen- Blanke. Die am Ergebnis orientierte Arbeit des Initiativkreises
solle Vorbild für Politik und Verwaltung sein. Das Modul der Erlebniswelt am
Alten Hafen zeige, was möglich ist, wenn man sich einig sei. In diesem
Zusammenhang kritisierte der Initiativkreis, dass die Stadt die Werbung für
dieses Expo-Projekt vernachlässige. Die Unternehmensgruppe, so Ditzen-Blanke
weiter, werde sich künftig als Förderkreis verstehen, der die Entwicklung des
Projekts begleitet.
Prof. Dr. Thomas Rogge, 2. Vorsitzender des Initiativkreises, erklärte die
Arbeit der Gruppe für abgeschlossen. "Wir haben unsere selbst gesteckten
Ziele erreicht", sagte Rogge und nannte als wichtigste Punkte die
Finanzierung der Planungs- und Entwurfsphase und den Entwurf eines
Betreibervertrages. Rogge schlug für das weitere Vorgehen die Wirtschafts-
förderungsgesellschaft BIS als "Promotiongesellschaft" vor, die die
Umsetzung des Projekts steuern solle.
Die Erlebniswelt Auswanderung soll nach den Vorstellungen des Initiativkreises
als Anbau am Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) entstehen. Die Pläne dafür
liegen vor und wurden der Politik ebenfalls ausgehändigt. Der Anbau soll
einschließlich eines Parkdecks rund 65 Millionen Mark rund 65 Millionen Mark
kosten, die von der öffentlichen Hand zu tragen wären. Für den Betrieb stehen
die Hamburger Unternehmensberatung Wenzel Consulting AG (ehemals Wenzel und
Partner) und das Kinounternehmen Cinemaxx bereit.
Der Expo-Beauftragte des Landes, Dr. Dirk Schröder, nannte die Erlebnis-
welt unverzichtbar, wenn sich Bremerhaven neue touristische Märkte erschließen
wolle. Das Regenwaldhaus in Hannover und die Autostadt in Wolfsburg zeigten, wie
erlebnisorientierte Ausstellungen zu Publikumsmagneten werden.
Die Erlebniswelt Auswanderung hätte das Zeug, in Norddeutschland das zu werden,
was in Bayern das Schloss Neuschwanstein sei: ein einzigartiger Anziehungspunkt
für Touristen aus den USA. "Für Bremerhaven ist das eine einmalige
Chance, die sich die Stadt nicht entgehen lassen darf, sagte Schröder.
Nordsee-Zeitung vom 19. Juli 2000