






Bau des Alten Hafens
Gebaut wurde der Alte Hafen nach den Plänen von Jacobus van Ronzelen, einem
holländischen Wasserbauingenieur, der im Dienste der holländischen Regierung
Erfahrung im Bau von Kanälen und Marineanlagen gesammelt hatte. Van Ronzelen
trat 1827 in bremische Dienste und erhielt den Titel eines Hafenbaudirektors. Er
entwarf ein langgestrecktes Hafenbassin, das parallel zur Weser lag. Man
einigte sich schließlich auf die Maße von 750 Metern Länge, 57,5 Meter Breite
und eine Tiefe von etwa 8,5 Metern.
Stadtplan
von Bremerhaven 1888 mit Altem Hafen
Damit wurde eine durchschnittliche Wassertiefe
von 5,5 Metern erreicht. Der Zugang zur Geeste war mit einer neuartigen
Kammerschleuse von 50 Metern Länge und elf Metern Breite gegeben. Diese
Schleuse sollte aufgrund ihrer Konstruktion eine Spülung des Vorhafens ermöglichen.
An das nördliche Ende des Hafenbassins wurde eine schmale Verlängerung
gesetzt, die bis 1861 als Holzhafen diente. Die ausgehobene Erde wurde für den
Deichbau verwendet.
Der offizielle Baubeginn für den Alten
Hafen wird auf Sonntag, den 1. Juli 1827, datiert. Zeitweise wurden bis zu
700 Arbeiter bei diesem Projekt beschäftigt. Allein für das Auspumpen der
Baugrube waren täglich mehr als 60 Pferde eingesetzt. Die Arbeitsbedingungen
waren hart. Es fehlte an Trinkwasser, und es kam zu vielen Erkrankungen unter
den Arbeitern, so daß zwangsweise eine Art Krankenversicherung eingeführt
werden mußte. Zur Unzufriedenheit der Arbeiter trug bei, daß ihnen anfangs
falsche Versprechungen über die Höhe des Lohnes gemacht worden waren. Bezahlt
wurde nach Leistung, und unerfahrene Arbeiter erzielten deutlich niedrigere
Ergebnisse, als vom Unternehmer angesetzt.
1830 konnten die Arbeiten abgeschlossen werden.
Zur Hafenverwaltung entstand auch ein klassizistisch gehaltenes Hafenhaus.
Gesamtbaukosten lagen bei 600.000 Talern. Das erste Schiff, nämlich
die "Draper" aus Baltimore, lief am 12. September 1830 ein.