Lageplan der SUAG an der Geeste
Vor dem ersten Weltkrieg baute Unterweser Dreimast-Gaffelschoner
und Segelheringslogger. In dieser Zeit entwickelte der Ingenieur Maier
die "Maierform" für die späteren Fischdampfer.
Bis zum ersten Weltkrieg baute
Unterweser 60 Fischdampfer und Heringslogger.
Aber auch Frachtdampfer.
Im Jahre 1918 eröffnete die
Werft am Ostufer des Fischereihafens eine Reparaturwerkstatt mit drei Aufschlepphelgen.
In der 20er Jahren baute die Unterweser-Werft
weiterhin Fischdampfer, weshalb sie im Volksmund auch "Schellfischwerft"
genannt wurde. 1926 tauchte das erste Spezialfahrzeug auf, Seezeichen-Dampfer,
1927 ein Benzin-Tankschiff und 1927/28 eine Serie von fünf Doppelschrauben-Baggerprähmen
für Rußland.
Neuland wurde auch mit dem Bau
des Forschungsschiffes "Makrele" beschritten. Es war das erste Schiff,
das mit zwei Voith-Schneider-Propellern ausgerüstet wurde.
Die allgemeine Wirtschaftskrise
verschonte auch die Unterweser-Werft nicht. 1932 wurde kein Schiff mehr
gebaut. 1935 wurden bereits wieder zwei Frachtschiffe gebaut. 1938 gab
der NDL den Auftrag zum Bau des Hochseeschleppers "Steinbock" und des Hafenschleppers
"Loewe". Ende des Krieges trat dann immer mehr der Bau von Vorpostenboote
n, U-Bootjägern und Minensuchbooten in den Vordergrund.
Nach 1945 beschäftigte sich die Unterweser-Werft zunächst, wie auch Seebeck, mit Reparaturarbeiten, Umbauten und Rückbauten. Ab 1949 konnten wieder Fischdampfer, zunächst der 400-BRT-Typ, wie z.B. "Hanseat" für die Hanseatische Hochseefischerei unter der Bau-Nr. 336 gebaut werden. Ab 1950 baute Unterweser Fischdampfer wie z.B. "Sonne", "August Bösch"(1951),
August Bösch
"Max Gundelach"(1952), "Hans
Homann"(1953) und "Mosel" (1954) gebaut werden.
Mit dieser Reihe von Schiffen konnte
Unterweser die konstruktive Entwicklung mit prägen und mitbestimmen.
Höhepunkte dieser Entwicklung waren:
- 1961 der Heckfänger "Wien"
- 1963/1965 die ersten kombinierten
Logger-/Heckfänger "Lesum" und "Hamme"
- 1972 die Fabrikschiffe "Bremen"
und "Hannover"
Bis 1972 hat die Werft insgesamt
184 Fischereifahrzeuge gebaut und abgeliefert.
Parallel zum Bau von Fischdampfern
wurden auch Küstenmotor- und Mehrzweckfrachtschiffe geliefert.
1968-1971 lieferte Unterweser drei
Fähren ab.
1972 kam es auf dem Hintergrund
der deutschen und der internationalen Schiffbaukrise zur Fusion von F.
Schichau GmbH und der Schiffbau-Gesellschaft Unterweser AG. Man konzentrierte
sich auf den Spezialschiffbau und baute folgende Spezialschiffe:
- 1973 die Auto-/Passagierfähre
"Saint Patrick"
- 1974 den Hochseebergungsschlepper
"Titan" und den "Löschkreuzer Weser"
- 1975 das Kreuzfahrtschiff "World
Discorer"
4 Bohrinselversorger sowie das Forschungsschiff
"Victor Hensen"
(seit 1999 im Aussengelände des DSM)
- 1980 den Eimerkettenbagger "Bremerhaven"
- 1987 die Fährschiffe "Pride of Dover" und "Pride
of Calais"
1984/85 wurde die SUAG in den Vulkan-Verbund eingegliedert.
1988 fusionierte die Schichau-Unterweser-AG mit der Seebeckwerft AG zur
Schichau Seebeckwerft AG.
In einem Merkblatt schreibt die Geeste-Metallbau: "Mit
diesem Zusammenschluß wurden die schiffbaulichen Hauptprozesse zur
Schichau Seebeckwerft verlagert und die Betriebsstätte an der Geeste
zum Spezialisten für den Schiffssektions- und Stahlbau umprofiliert.
Im Dezember 1989 erfolgte die Ausgliederung der Betriebsstätte
aus der Schichau Seebeckwerft AG. Parallel erfolgte auf dem ehemaligen
Gelände der Unterweserwerft eine Neugründung nämlich die
Geeste Metallbau (GMB). Seit dieser Zeit war die Gesellschaft in den Unternehmensverbund
der Bremer AG integriert bis ca August 1996 als der Vulkan Konkurs anmeldete.

Foto: Wilfried Heinken (vorletzter Auftrag
der GMB)
Die Geeste-Metallbau, die mit der Unterweser-Werft außer
dem Werftengelände nichts mehr gemeinsam hat, hielt sich mehr recht als
schlecht mit Sektionsbau über Wasser. Im Februar 1998 arbeiteten nur
noch drei Personen bei der Werft, die Industriebrache wird entsorgt. Die
Sektionswerft schloß zum 31.3.1998. In den darauffolgenden Monaten
wurde die Industriebrache entsorgt; Kräne, Werkzeuge und Maschinen
verkauft.
Ende Juli 1998 begann man mit dem Abriss des alten Reparatur-
und Ausrüstungsbetriebes der Schichau-Unterweser AG (SUAG) im Fischereihafen.
Die Ausrüstungsbetriebe wurden in den 60-er Jahre
an der Herwigh-Straße erbaut. Auch die an der Kohlenkaje stehenden
unverkäuftlichen Kampnagel-Kräne sollen demontiert und verschrottet
werden. Zuletzt gehörten
die Anlagen der in Konkurs gegangenen Schichau Seebeckwerft.

Im Juli 2000 gab die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BIS) den
Auftrag einen Großteil der traditionsreichen Hallen und Gebäude abzureißen.
Zwar sollen Bagger die alten
Werfthallen abreißen, aber neben dem Verwaltungsgebäude sollen die
Kupferschmiede, der Helgen und der Kran stehen bleiben.
Geeste-Metallbau 8/2000 während des Abrisses

Geeste-Metallbau eh. SUAG 8/2000 von der Geeste ausgesehen
